Page 65 - RINGFOTO MAGAZIN
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interview.












                                                                         hatte ich als Freelancer für andere Reiseanbieter
                                                                         gearbeitet – ein guter Einstieg, um Erfahrungen zu
                                                                         sammeln. Ab 2022 begann ich, meine eigenen
                                                                         Reisen anzubieten: unabhängig, selbstorganisiert
                                                                         und erfolgreich. Es entstanden neue Partnerschaf-
                                                                         ten, etwa mit kontiki.ch, die mich bis in die Arktis
                                                                         brachten. So beispielsweise die Grönland-Fotorei-
                                                                         sen, die oft lange im Voraus ausverkauft sind.
                                                                            Wie viel Arbeit steckt hinter dem ver-
                                                                         meintlichen Traumjob? Ich höre öfter Sprüche
                                                                         wie: „Du bist ja nur im Urlaub!“ Der Job ist wun-
                                                                         dervoll – an einem Fjord oder auf der Rialtobrücke
                                                                         mit den Teilnehmenden zu stehen, ist mega! Aber
                                                                         der größte Teil der Arbeit liegt im Verborgenen:
                                                                         Buchungen, Scouting, Planung, Kalkulation, Mar-
                                                                         keting. Bei bis zu 14 Reisen im Jahr ist die Bürozeit
                                                                         knapp. Und auch vor Ort steht man als Reiseleiter
                                                                         rund um die Uhr zur Verfügung. Das ist viel Ver-
                                                                         antwortung und kann stressig sein.
                                                                            Was hat sich verändert – und was möch-
                                                                         ten Sie noch verändern? Ich kann nicht mehr
                                                                         allein arbeiten. Verschiedene Menschen unterstüt-
                                                                         zen mich mittlerweile – aus dem „Ich“ ist ein
                                                                         „Wir“ geworden. Mein Herzenswunsch ist, dass
                                                                         mein Angebot im Schwung bleibt und Menschen
           KLASSIKER & NEUES      NORDLICHTER
           Anhand bekannter       Die Aurora Borealis ist                die Möglichkeit gibt, dem Alltag zu entfliehen und
           Ansichten wie auch     ein himmlisches                        die Natur zu entdecken. Ein Buch und Vorträge
           frischer Fotospots     Lichtspektakel, das
           lernen die Teilneh-    nicht nur den Foto-                    sind zudem eine Vision von mir.
           mer bei Voegelin,      reisenden jedes Mal                       Was gefällt Ihnen an der Selbstständig-
           wie sie Landschaften   den Atem verschlägt.
           einfangen, die Ein-                                           keit am besten? Ich bin mein eigener Chef. Der
           druck machen.                                                 ist zwar manchmal streng, aber ich kann frei ent-
                                                                         scheiden, was ich mache. Zeit, die ich investiere,
                                                                         kommt immer zu mir zurück. Und ein Montag ist
                                                                         einfach ein Tag wie jeder andere. Es ist meine
               „Der größte Teil der Arbeit liegt                         Berufung, und das werde ich nicht mehr hergeben.

                                                                            Was würden Sie Fotografen raten, die
                  im Verborgenen – nämlich
                                                                         sich selbstständig machen wollen? Erfolg
                 daheim am Schreibtisch. Es                              entsteht nicht über Nacht, und es braucht Hochs
                                                                         und Tiefs, um voranzukommen. Wenn man jedoch
                muss viel organisiert werden!“                           etwas leidenschaftlich gerne macht, ist das ein

                                                                         wichtiger Grundstein. Man darf sich nicht beirren
                                                                         lassen. Arbeite hart, finde das, wofür du brennst,
                                                                         verfolge es beharrlich und sei immer offen, Neues
                                                                         zu lernen.

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