Page 62 - RINGFOTO MAGAZIN
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interview.
                                          ELEMENTE
                                   Wenn der bergstei-
                                    gende Fotograf in
                                   seinem Element ist,
                                     und die Elemente
                                    ihm die schönsten
                                    Fotomotive liefern.



        D









                                 ie übermächtige,
                                 epische Aussicht in
                                 und auf ein Berg-
           massiv beflügelt und inspiriert die Gedanken und
           Sehnsüchte der Menschheit schon immer. Wo
           man hinkommt, ranken sich Mythen und Legen-
           den um Gipfel, Täler und Felsformationen. Bernd
           Ritschel hat sich gemeinsam mit Nina Ruhland
           besondere Berge für ihr Werk vorgenommen. Wir
           sprechen mit ihm über sein Projekt.
              Wie kam es zu Europas heilige Berge?
           Dazu muss ich kurz auf mein Leben als Bergstei-
           ger blicken. Am Anfang, als junger Mann, stand bei
           mir die Leistung im Vordergrund: Begehungszei-
           ten, Schwierigkeitsgrade, Gipfelhöhen. Die hochal-
           pinen Aufträge waren für mich wichtig. Das gab
           Selbstbewusstsein und Image. Mit dem Älterwer-
                                                                      SCHLERN                SAN MICHELE
           den kamen mehr Muse und Leidenschaft für das               Majestätisch und       Auf dem Monte
           Bergsteigen und die Fotografie hinzu. Nicht, dass          beeindruckend baut       Pirchiriano gelegen,
                                                                      sich der Gipfel des    thront die alte Bene-
           es früher ohne Leidenschaft war, nur habe ich mir          Schlern inmitten der   diktinerabtei über
           später mehr und bewusst Zeit genommen. Ich                 Dolomiten auf.         die Region Piemont
                                                                                             in Norditalien.
           konnte dieses emotionale Thema, die heiligen
           Berge Europas, mit mehr Zeit genießen. Das war
           ein Geschenk: eine Woche Zeit zu haben, einen
           Berg von allen Seiten zu erleben, zu besteigen, zu
           fotografieren – und zu genießen.               „Am Eiger fällt zweimal im Jahr
              Berge sind ja eher umfangreich. Waren
           Sie mit der Motivsuche dort nicht recht lan-      ein gebündelter Lichtstrahl
           ge beschäftigt? Nicht alle, aber viele der von uns
           ausgewählten Berge sind eher unspektakulär.      genau auf den Kirchturm von
           Deswegen war die große Herausforderung oft: Von   Grindelwald. Da denkt man:
           welchem Standpunkt aus, mit welchem Vorder-
           grund, bei welchem Licht und in welcher Konstel-  Was schafft die Natur da?“
           lation bekomme ich spannende Bilder? Das ganze
           Buch ist kein spektakulärer Bildband, da hätte ich
           einen über Patagonien machen müssen, die Dolo-
           miten oder Nepal. Berge wie der Donon, der Säu-

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